Zu Peterson und Ekel ist mir noch diese Vorlesung von ihm empfohlen worden, die mich gerade tatsächlich sehr flasht....

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Jan 19 21:36 [raw]

<li><a href="?ts=a49ce4e2">[l]</a> Zu Peterson und Ekel ist mir noch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MBWyBdUYPgk">diese Vorlesung von ihm empfohlen worden</a>, die mich gerade tatsächlich sehr flasht.<p>Es geht um die Hypothese, dass nicht nur ein körperliches Immunsystem gibt, sondern auch ein soziales, ein gesellschaftliches. Das ist noch nicht der krasse Teil, das fand ich einigermaßen offensichtlich, wenn man sich Bräuche wie Schächten anschaut oder koscheres Essen. Das fand ich schon immer einleuchtend, dass das auf eine Krankheitsabwehr zurückgeht.<p>So, aber jetzt der Punkt. Ekel ist ein Reflex, der einen evolutionären Vorteil bringt. Man reagiert mit Ekel auf Dinge, die mit Krankheit oder Tod assoziiert sind. Gammelige Lebensmittel, Leichen, Insekten, Ratten und Mäuse, und wie sich rausstellt ist auch Angst vor Schlangen und Raubtieren dem Ekel sehr verwandt.<p>OK, auf der Prämisse jetzt eine These. Das körperliche Immunsystem trainiert mit lokalen Krankheitserregern und hat keine Immunität gegen auswärtige Erreger, die es noch nie gesehen hat. Die soziale Ausgrenzung und Abwehr von fremdartigen Menschen ist daher ein evolutionär hilfreicher Mechanismus bei der Vermeidung von Krankheiten.<p>Rassismus und Mauerbauen ist also nach dieser These nicht sozial konstruiert oder "der ist halt böse" sondern ein evolutionärer Baustein des Lebens, den wir damit wahrscheinlich alle in uns haben, und der so tief sitzt, dass man ihn auch nicht einfach wegmachen oder unterdrücken kann. Man kann nur so tun als sei er weg und aktiv seine Wirkung überstimmen mit seiner Ratio. In Stresssituationen sinkt der Einfluss der Ratio generell, das wissen wir ja alle, daher funktioniert Angstmachen prima als Rassismusverstärker.<p>Das ist aber noch nicht der Flash-Teil. Der Flash-Teil ist bei knapp einer Stunde.<blockquote lang="en">Study 1 revealed that parasite prevalence strongly predicted cross-national differences on measures assessing individuals' authoritarian personalities, and this effect statistically mediated the relationship between parasite prevalence and authoritarian governance.</blockquote>Das ist harter Tobak.<p>Und jetzt mein Gedanke, der mich gerade echt beschäftigt. Heißt das nicht, dass die dauernden Grippewarnungen in den Medien die Gesellschaft rassistischer machen? Kann man vielleicht gar eine Korrelation erkennen? In Jahreszeiten, wo vor Grippe und Zecken gewarnt wird, gibt es mehr Anschläge auf Flüchtlingsheime oder so?<p>Was für ein Gedanke!<p u><b>Update</b>: Peterson selbst meint sogar, dass das womöglich der beste Weg sein könnte, um autoritärer Regierungen loszuwerden: Infektionskrankheiten ausrotten.<p u><b>Update</b>: Die letzte halbe Stunde zeigt zur Illustration der Ekel-Metaphorik Hitler-Zitate und Nazi-Propagandafilme (nach Englisch übersetzt).<p u><b>Update</b>: Ein Einsender kommentiert:<blockquote><p u>Unter diesem Aspekt bekommen Impfgegner eine völlig neue Rolle bei der Gestaltung der politischen Strukturen eines Landes.</blockquote><p u>Oh ja!

[chan] fefe
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